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<title>Primas Germaniae</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Primas Germaniae</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p><b>Primas Germaniae</b> („Primas von Deutschland“) ist ein Titel, der ursprünglich dem hervorragendsten Bischof (<a href="Primas_(r%C3%B6misch-katholisch)" class="mw-redirect" title="Primas (römisch-katholisch)">Primas</a>) „Germaniens“, das heißt aller deutschen Länder, zustand. Der Titel wurde im Laufe der Geschichte von den Erzbischöfen von <a href="Erzbistum_Mainz" class="mw-redirect" title="Erzbistum Mainz">Mainz</a>, <a href="Erzbistum_Trier" class="mw-redirect" title="Erzbistum Trier">Trier</a>, <a href="Erzdi%C3%B6zese_Salzburg" title="Erzdiözese Salzburg">Salzburg</a>, <a href="Erzbistum_Magdeburg" title="Erzbistum Magdeburg">Magdeburg</a> und <a href="Erzbistum_K%C3%B6ln" title="Erzbistum Köln">Köln</a> beansprucht und geführt, oft auch gleichzeitig, was dem eigentlichen Wortsinn widerspricht. Kompetenzen über die anderen Erzbistümer des Reiches waren mit dem Titel jedoch nie verbunden.
</p><p>Solche Vorrechte waren allenfalls durch spezielle päpstliche Beauftragung mit einer Legation zu erlangen, also die Ernennung zum <a href="P%C3%A4pstlicher_Legat" title="Päpstlicher Legat">päpstlichen Legaten</a> mit weit reichenden Befugnissen. Legaten können je nach Ausgestaltung ihrer Vollmachten tatsächlich auch gegenüber anderen Bischöfen mit der Autorität des Papstes handeln. Einige besonders herausragende Erzbischöfe bezeichneten sich daher gern als „geborene Legaten“ (<i>legatus natus</i>), um anzuzeigen, dass die Legatenwürde ständig mit ihrem Bischofsstuhl verbunden sei. Allerdings beschränkt sich die reguläre Befugnis solcher ständigen Legaten, im Namen des Papstes zu handeln, auf das <a href="Metropolit#Römisch-katholische_Kirche" title="Metropolit">Metropolitangebiet</a> ihres Sitzes, in dem sie als Erzbischof ohnehin die höchste Jurisdiktion ausüben. Bei der Bezeichnung handelt es sich darum ebenso wie bei dem Titel „Primas“ weitgehend um einen bloßen Ehrentitel.
</p><p>Magdeburg verlor die Primaswürde mit seiner Säkularisation im <a href="Westf%C3%A4lischer_Friede" title="Westfälischer Friede">Westfälischen Frieden</a> von 1648. Trier und Mainz wurden nach dem <a href="Konkordat_von_1801" title="Konkordat von 1801">Konkordat von 1801</a> zwischen dem Heiligen Stuhl und Frankreich, zu dem beide Metropolitansitze damals gehörten, zu Bistümern herabgestuft, Trier in ein linksrheinisch-französisches und ein rechsrheinisch-deutsches Bistum geteilt. Demgegenüber hat der <a href="Erzbischof_von_Salzburg" class="mw-redirect" title="Erzbischof von Salzburg">Erzbischof von Salzburg</a> sie bis heute inne. Wie der Salzburger besitzt auch der <a href="Erzbischof_von_K%C3%B6ln" class="mw-redirect" title="Erzbischof von Köln">Kölner Erzbischof</a> den Titel <i>Legatus natus</i>, nannte sich aber nur selten <i>Primas Germaniae</i>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Die_einzelnen_Primate">Die einzelnen Primate</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Mainz">Mainz</h3></div>
<p>Der <a href="Angelsachsen" title="Angelsachsen">angelsächsische</a> Missionar <a href="Bonifatius" title="Bonifatius">Bonifatius</a> war um 745 <a href="Bischof_von_Mainz" class="mw-redirect" title="Bischof von Mainz">Bischof von Mainz</a> geworden, das damals den Rang eines <a href="Suffraganbistum" class="mw-redirect" title="Suffraganbistum">Suffraganbistums</a> besaß. Bonifatius besaß außergewöhnliche, vom Papst verliehene Vollmachten für seine Missionsarbeit, die denen der späteren päpstlichen Legaten ähneln. Er durfte Bistümer gründen, deren Gebiete voneinander abgrenzen und in ihnen Bischöfe ein- oder absetzen. Ihm wurde darum in der Kirchengeschichtsschreibung der <a href="Ehrentitel" title="Ehrentitel">persönliche Titel</a> „<a href="Erzbischof" title="Erzbischof">Erzbischof</a>“ zugesprochen und er wird wegen seiner Verdienste für die <a href="R%C3%B6misch-katholische_Kirche_in_Deutschland#Geschichte" title="Römisch-katholische Kirche in Deutschland">Kirche im Reich</a> in neuerer Zeit auch als „Apostel der Deutschen“ bezeichnet. Das <a href="Bistum_Mainz" title="Bistum Mainz">Bistum Mainz</a>, das um 780/82 zum <a href="Erzbistum" class="mw-redirect" title="Erzbistum">Erzbistum</a> erhoben wurde, beanspruchte aufgrund seiner Berufung auf Bonifatius daher eine <a href="Primus_inter_pares" title="Primus inter pares">hervorragende Stellung</a> unter den deutschen Bistümern. Unter seinen Nachfolgern wurde es zur weitaus größten <a href="Kirchenprovinz" title="Kirchenprovinz">Kirchenprovinz</a> des Reiches; hinzu kam noch eine Schlüsselstellung im <a href="Goldene_Bulle" title="Goldene Bulle">Verfassungsgefüge des Reichs</a>: der Mainzer Erzbischof war <a href="Reichserzkanzler" title="Reichserzkanzler">Reichserzkanzler</a> für Germanien und gehörte später zu den sieben <a href="Kurf%C3%BCrst" title="Kurfürst">Kurfürsten</a>, die das Recht zur <a href="K%C3%B6nigswahl" title="Königswahl">Königswahl</a> hatten.
</p><p>Daraus, nicht etwa aus einer formellen Verleihung, begründete sich der Primat des Mainzer Erzbischofs, der ab 900 bestätigt ist.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Rechtlich verliehen wurde ihm der Primat dagegen nie.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Als Kanzlei-Titel wurde er von den Erzbischöfen auch niemals geführt.<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Rechte über die anderen <a href="Metropolit" title="Metropolit">Metropoliten</a> übte der Mainzer Erzbischof nicht aus.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Es handelte sich lediglich um einen Ehrenvorrang. Um tatsächliche Kompetenzen über seine Kirchenprovinz heraus zu erhalten, mussten die Erzbischöfe versuchen, beim Papst ein Vikariats- oder Legations<a href="Privileg" title="Privileg">privileg</a> zu erhalten. Solche Privilegien sind im Laufe der Zeit einigen Erzbischöfen auch verliehen worden, so z. B. den Erzbischöfen <a href="Willigis" title="Willigis">Willigis</a>, <a href="Adalbert_I._von_Saarbr%C3%BCcken" title="Adalbert I. von Saarbrücken">Adalbert I. von Saarbrücken</a> und <a href="Konrad_I._von_Wittelsbach" title="Konrad I. von Wittelsbach">Konrad I. von Wittelsbach</a>.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Ab dem 11. Jahrhundert nahmen die Erzbischöfe eine ständige Legation bzw. ein mit dem <a href="Mainzer_Stuhl" class="mw-redirect" title="Mainzer Stuhl">Mainzer Stuhl</a> verbundenes Vikariat an. Die damit erhobenen Ansprüche ließen sich gegenüber den anderen Metropoliten aber nicht durchsetzen. Es blieb beim Ehrenvorrang. Mit dem <a href="Reichsdeputationshauptschluss" title="Reichsdeputationshauptschluss">Reichsdeputationshauptschluss</a> 1803 wurden die Mainzer Würden auf die <a href="Bistum_Regensburg" title="Bistum Regensburg">Kirche von Regensburg</a> übertragen, auf deren Bischofssitz auch der letzte Mainzer Erzbischof <a href="Karl_Theodor_von_Dalberg" title="Karl Theodor von Dalberg">Karl Theodor von Dalberg</a> transferiert wurde. Mit dessen Tod 1817 erlosch der Titel des Primas mit Sitz in Regensburg.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Trier">Trier</h3></div>
<p>Für den Trierer Erzbischof ist der Titel Primas schon im 9. Jahrhundert bezeugt, allerdings nur für die Provinz <a href="Belgica_prima" class="mw-redirect" title="Belgica prima">Belgica prima</a>. Im 10. Jahrhundert erhielt er ein Vikariatsprivileg, das ihm den Vorrang vor allen übrigen Bischöfen des Reiches sowie vor allen sich dort aufhaltenden Legaten einräumte.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
Im 11. Jahrhundert erreichten die Erzbischöfe wiederholt die Bestätigung ihrer Privilegien und unter Papst <a href="Innozenz_II." title="Innozenz II.">Innozenz II.</a> sogar die Legation über die Erzdiözesen Mainz, Köln, Salzburg, Bremen und Magdeburg. Die Trierer Erzbischöfe wurden später öfter als Primates bezeichnet, führten den Titel selbst jedoch selten. Eine primatiale Jurisdiktion besaßen sie genauso wenig wie die Mainzer.<sup id="cite_ref-Hinschius610_7-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hinschius610-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Auch die Legationsgewalten behinderten sich gegenseitig. 1802 erlosch der Titel bei der <a href="Suppression" class="mw-redirect" title="Suppression">Suppression</a> des Erzbistums zum Suffraganbistum.<sup id="cite_ref-Hinschius610_7-1" class="reference"><a href="#cite_note-Hinschius610-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Salzburg">Salzburg</h3></div>
<p>Für Salzburg wird schon für die Zeit des ersten Erzbischofs, <a href="Arno_von_Salzburg" class="mw-redirect" title="Arno von Salzburg">Arno von Salzburg</a> (798–821), die Existenz eines päpstlichen Vikariatsprivilegs angenommen, das jedoch nur unsicher überliefert ist.<sup id="cite_ref-Hinschius610_7-2" class="reference"><a href="#cite_note-Hinschius610-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Im Laufe des Mittelalters wurde ihnen der Titel eines Legaten und eines Vikars des römischen Stuhls nachweislich mehrfach verliehen. Die Erzbischöfe beanspruchten daraus das Recht, sich geborene Legaten (<a href="Legatus_natus" class="mw-redirect" title="Legatus natus">legati nati</a>) und Primates von Deutschland zu nennen. Laut einer Inschrift auf dem Denkmal für Erzbischof <a href="Andreas_Jakob_von_Dietrichstein" title="Andreas Jakob von Dietrichstein">Andreas Jakob von Dietrichstein</a> (1689–1753) im <a href="Salzburger_Dom" title="Salzburger Dom">Salzburger Dom</a> war er der erste Salzburger Erzbischof, der diesen Titel formell vom römisch-deutschen Kaiser erhielt.
Beide Titel führt der Salzburger Erzbischof noch heute; ein Jurisdiktionsvorrang ist mit ihnen nicht verbunden, wohl aber ein liturgisches Präzedenzrecht. Salzburg ist das einzige Erzbistum, das schon im Mittelalter und in der frühen Neuzeit den Titel eines Primas führte und auch nach der postnapoleonischen Neuordnung den Rang eines Erzbistums behielt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Magdeburg">Magdeburg</h3></div>
<p>Der Magdeburger Primat geht auf eine päpstliche Urkunde von 968 zurück. In ihr wurden dem Erzbischof der gerade gegründeten Provinz dieselben Rechte verliehen wie den Erzbischöfen von Mainz, Trier und Köln.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Magdeburger Erzbischöfe bezeichneten sich daher selbst als Primas Germaniae, genau wie die Salzburger, während Mainzer und Trierer den Titel wie bereits beschrieben gar nicht oder nur selten selbst führten.
</p><p>Im 15. Jahrhundert kam es zwischen dem Magdeburger und dem Salzburger Erzbischof daher zum Streit über die Rangordnung auf den Reichstagen. Dieser Streit wurde 1530 durch einen Vergleich beigelegt, der bestimmte, dass sich beide jeden Tag im Vortritt abwechseln sollten.<sup id="cite_ref-Hinschius612_9-0" class="reference"><a href="#cite_note-Hinschius612-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das <a href="Erzbistum_Magdeburg" title="Erzbistum Magdeburg">Erzbistum Magdeburg</a> wurde mit der <a href="Reformation" title="Reformation">Reformation</a> protestantisch. Die evangelischen <a href="Erw%C3%A4hlter_Bischof" title="Erwählter Bischof">erwählten Erzbischöfe</a> führten den Titel Primas Germaniae weiter, bis das ehemalige <a href="Erzstift_Magdeburg" title="Erzstift Magdeburg">Erzstift Magdeburg</a> nach dem <a href="Westf%C3%A4lischer_Friede" title="Westfälischer Friede">Westfälischen Frieden</a> 1648 in das weltliche <a href="Herzogtum_Magdeburg" title="Herzogtum Magdeburg">Herzogtum Magdeburg</a> umgewandelt wurde.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Köln"><span id="K.C3.B6ln"></span>Köln</h3></div>
<p>Auch dem Erzbischof von Köln wird bisweilen der Titel <i>Primas Germaniae</i> zugestanden.<sup id="cite_ref-Hinschius612_9-1" class="reference"><a href="#cite_note-Hinschius612-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dies wird mit den außerordentlichen Ehrenrechten des Kölners begründet, die jenen der anderen Primatssitze voll entsprachen. 1240 wurde ihm zudem die Legation für Deutschland übertragen. Später führten auch die Kölner Erzbischöfe den Titel <i>Legatus natus</i>, den sie bis heute beibehalten haben.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Befugnisse_des_Primas_Germaniae">Befugnisse des Primas Germaniae</h2></div>
<p>Die Primatialsitze sind eine Fortentwicklung des schon im Frühmittelalter bekannten Apostolischen Vikariats (das nicht mit der heutigen Organisationsform verwechselt werden darf). Die Apostolischen Vikare übten für den Papst Jurisdiktion über ihnen zugewiesene Gebiete aus, die über ihren eigentlichen Bereich hinausgingen. Die feste Verbindung mit einem bestimmten Bischofsstuhl führte zum Status eines „prima sedes“ einer bestimmten Provinz. Vorrechte der Vikare waren beispielsweise die <a href="Weihesakrament" title="Weihesakrament">Ordination</a> der Metropoliten ihres Gebiets, die Einberufung von <a href="Plenarkonzil" class="mw-redirect" title="Plenarkonzil">Plenarkonzilien</a> oder die Unterhaltung eines <a href="Appellationsgericht" title="Appellationsgericht">Appellationsgerichts</a> für Urteile der <a href="Metropolitangericht" title="Metropolitangericht">Metropolitangerichte</a>.
</p><p>Zu einer wirklichen Ausprägung des <a href="Primas_(Religion)" title="Primas (Religion)">Primas</a> als einer regulären Instanz zwischen den Metropoliten und dem Apostolischen Stuhl in Rom ist es im Abendland jedoch nicht gekommen.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Daher war mit dem Primat von Deutschland stets nur ein Ehrenvorrang verbunden. Hinzu kam noch, dass der Titel wie beschrieben von etlichen verschiedenen Bischofssitzen beansprucht oder geführt wurde. Eine wirkliche Bedeutung konnte der Titel daher nicht erlangen.
</p><p>Rechtlichen Gehalt hatte allein die Position eines Legaten bzw. Vikars. Im Laufe der Zeit wurden etliche Bischöfe mit Legatenrechten ausgestattet. Die entsprechenden Privilegien waren jedoch oft unbestimmt formuliert und zudem nur dem betreffenden Bischof persönlich verliehen. Ihre wirkliche rechtliche Qualität ist daher unsicher.<sup id="cite_ref-Hinschius612_9-2" class="reference"><a href="#cite_note-Hinschius612-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Nachdem sich die meisten Primates bald auch als geborene Legaten bezeichneten (um die verliehene Legation auf Dauer mit ihrem Bischofssitz zu verbinden) trat derselbe Effekt ein wie bei dem Titel des Primas. So bedeutete der Titel <i>Legatus natus</i> ebenfalls bald nur einen Ehrenvorrang, wobei unklar ist, ob die Legatenrechte jemals gegenüber anderen mächtigen Erzbischöfen irgendeine Durchsetzungskraft entfalten konnten.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Primat_und_Legation_heute">Primat und Legation heute</h2></div>
<p>Der Titel <i>Primas Germaniae</i> wird heute nur noch vom Salzburger Erzbischof geführt, der auch den Titel eines <i>Legatus natus</i> beibehalten hat. Im <a href="Kirchenrecht" title="Kirchenrecht">kirchlichen Recht</a> ist festgeschrieben, dass der Titel eines Primas nur Ehrenrechte beinhaltet. Der Titel eines <i>Legatus natus</i> kommt im <a href="Codex_Iuris_Canonici" title="Codex Iuris Canonici">Codex Iuris Canonici</a> von 1983 nicht mehr vor, wird aber weiter <a href="Gewohnheitsrecht" title="Gewohnheitsrecht">gewohnheitsmäßig</a> geführt.
</p><p>Die Ehrenrechte bestehen in der liturgischen <a href="Protokollarische_Rangordnung" title="Protokollarische Rangordnung">Präzedenz</a>. Primates gehen den Metropoliten in der Präzedenz vor und folgen ihrerseits den <a href="Kardinal" title="Kardinal">Kardinälen</a> und <a href="Patriarch" title="Patriarch">Patriarchen</a>. Die geborenen Legaten dürfen sich nach hergebrachter Tradition des Legaten<a href="Purpur_(Farbe)" title="Purpur (Farbe)">purpurs</a> (nicht zu verwechseln mit dem Kardinalspurpur) bedienen. Die <a href="Quaste" title="Quaste">Quasten</a> in ihren <a href="Kirchliche_Heraldik" title="Kirchliche Heraldik">Wappen</a> sind daher stets rot und nicht wie bei <a href="Bisch%C3%B6fe" class="mw-redirect" title="Bischöfe">Bischöfen</a> grün.
</p><p>Derzeitiger Primas Germaniae ist Erzbischof <a href="Franz_Lackner" title="Franz Lackner">Franz Lackner</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Georg_May_(Theologe)" title="Georg May (Theologe)">Georg May</a>: <i>Der Mainzer Erzbischof als Primas</i>, in: Archiv für katholisches Kirchenrecht 1995, S. 76.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Georg May: <i>Der Mainzer Erzbischof als Primas</i>, in: Archiv für katholisches Kirchenrecht 1995, S. 77f.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Paul_Hinschius" title="Paul Hinschius">Paul Hinschius</a>: <i>System des katholischen Kirchenrechts</i>, Band 1, Berlin 1869, S. 608.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Paul Hinschius: <i>System des katholischen Kirchenrechts</i>, Bd. 1, Berlin 1869, S. 607.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Paul Hinschius: <i>System des katholischen Kirchenrechts</i>, Bd. 1, Berlin 1869, S. 608 Fn. 6.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Paul Hinschius: <i>System des katholischen Kirchenrechts</i>, Bd. 1, Berlin 1869, S. 609.</span>
</li>
<li id="cite_note-Hinschius610-7"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Hinschius610_7-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hinschius610_7-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hinschius610_7-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Paul Hinschius: <i>System des katholischen Kirchenrechts</i>, Bd. 1, Berlin 1869, S. 610.</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Paul Hinschius: <i>System des katholischen Kirchenrechts</i>, Bd. 1, Berlin 1869, S. 611.</span>
</li>
<li id="cite_note-Hinschius612-9"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-Hinschius612_9-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hinschius612_9-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-Hinschius612_9-2">c</a></sup></span> <span class="reference-text">Paul Hinschius: <i>System des katholischen Kirchenrechts</i>, Bd. 1, Berlin 1869, S. 612.</span>
</li>
<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Georg May: <i>Der Mainzer Erzbischof als Primas</i>, in: Archiv für katholisches Kirchenrecht 1995, S. 87.</span>
</li>
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